Journaling: Ein einfaches Tool für mehr Ordnung in deiner Seele

Journaling ist ein wesentlicher Bestandteil der Nodrama.Briefe - vielleicht hast du das ja schon entdeckt? Wir finden diese kleine Technik großartig. Sie ist super einfach anzuwenden und hat so gut wie keine Grenzen. Wie Journaling auch einen positiven Impact auf dein inneres Gleichgewicht haben kann, erfährst du hier. 

Was ist Journaling eigentlich?

Journaling ist weit mehr, als ein einfaches Tagebuch. Vielleicht hast du in deinen Teenagertagen auch einmal ein Tagebuch geführt? Und vielleicht hast du damals schon gespürt, dass es gut tun kann, sich Dinge von der Seele zu schreiben. 
Natürlich ist es ein Aspekt des Journaling, Dinge aus dem Kopf und vom Herzen zu bekommen. Jedoch bietet die Technik des Journaling noch sehr viel mehr, das dir helfen kann, dich besser zu fühlen. 

Journaling listet nicht nur auf, sondern führt mit Hilfe von Impulsfragen, die du dir stellen kannst, deine Gedanken und deine Gefühle. Du kannst dir also z.B. ganz bewusst eine Frage stellen: "Was brauche ich heute für einen schönen Tag?" Indem du aufschreibst, was du dir für den Tag vorstellst, lenkst du deine Gedanken bewusst auf das Positive und manifestierst auf diese Weise gute Gedanken, die dich den Tag über begleiten. 
Stellst du dir abends Fragen, wie dein Tage gelaufen ist, können sie dir dabei helfen, den Tag positiv abzuschließen und besser zu schlafen. 

Ganz wichtig dabei: Dein Journal ist nur für dich. Das heißt, du musst keine Form wahren oder darauf achten was du schreibst oder wie du dich ausdrückst. Schreibe ganz frei aus dem Herzen. Es urteilt niemand über dich.

Warum es wichtig ist, Papier und Stift zu verwenden.

Vielleicht hast du dich gefragt, warum das so oldschool sein muss und ob du die Notizen nicht auch im Handy oder am Laptop machen kannst. Klare Antwort: Nein. Denn sonst hat das Journaling nur die halbe Wirkung. Papier und Stift geben dir Ruhe. Die Augen sind nicht vom blauen Licht der Bildschirme angestrengt und du kannst dich komplett auf dein Schreiben fokussieren. Schon alleine diese Konzentration beruhigt dich und gibt dir die Möglichkeit, eine kleine Auszeit zu nehmen.
Durch das Schreiben mit einem Stift sprichst du deine linke Gehirnhälfte an, die für die analytischen und rationalen Dinge zuständig ist. In diesem Fall das Aneinanderreihen von Buchstaben und die Koordination deiner Motorik, um diese auf das Papier zu bekommen. Das entlastet und verknüpft deine rechte Gehirnhälfte, die dann intuitiv fühlen, denken und reflektieren kann. Das Schreiben mit einem Stift auf Papier unterstützt also dein Gehirn ganz automatisch dabei, sich zu sortieren und zu ordnen.

Wie findet man am besten einen Einstieg ins Journaling?

Falls du dich bisher noch nie mit Journaling beschäftigt hast: Probiere es aus und fange einfach einmal damit an. Es gibt kein richtig oder falsch. Für den Anfang reichen 5 Minuten pro Tag absolut aus. Lege dir ein hübsches Notizbuch zu und einen besonderen Stift, den du gerne in der Hand hältst. 

Eine kleine Übung für den Start

Es gibt unzählige Möglichkeiten - hier stellen wir dir eine davon vor, wie du ganz einfach eine kleine Routine einführen und dich ausprobieren kannst.

Kleine Journaling-Praxis am Morgen

Finde einen Moment Zeit und Ruhe - vielleicht stellst du einfach den Wecker 10 Minuten früher, damit du entspannt in den Tag startest und dir eine keine Extra-Auszeit gönnen kannst. Das kann bei einer Tasse Tee oder Kaffee sein. Mehr als 5 Minuten brauchst du darauf nicht zu verwenden. Wenn du diese bewusst nutzt, geben sie unglaublich viel zurück. Beantworte ganz für dich diese drei Fragen und schreibe alles dazu auf, was dir spontan dazu in den Sinn kommt:

  1. Wofür bin ich heute besonders dankbar?
  2. Was möchte ich heute gut machen?
  3. Womit belohne ich mich heute Abend für den Tag?

Wenn du Lust hast, kannst du am Abend noch einmal zurückblättern und deinen Tag mit dem, was du morgens aufgeschrieben hast, vergleichen. 

Kleine Journaling-Praxis am Abend

Am Abend ist die beste Zeit für dein Journaling kurz vor dem Schlafengehen. Mache alle Geräte (Handy, Laptop, Fernseher etc.) aus und nimm dir einen Moment, den Tag noch einmal Revue passieren zu lassen. Vielleicht möchtest du eine Kerze anzünden oder eine Tasse Tee dazu trinken. Auch hier reichen 5 Minuten völlig aus. Beantworte diese drei Fragen:

  1. Was ist heute nicht so gut gelaufen und wie kann ich es in Zukunft besser machen?
  2. Was habe ich heute gut gemacht?
  3. Wofür bin ich heute dankbar? 

Mache diese kleinen Übungen am besten jeden Tag über ein paar Wochen und beobachte, wie du dich damit fühlst. Startest du anders in den Tag? Kannst du vielleicht schneller einschlafen und schläfst ruhiger? 
Wenn du merkst, dass das Journaling einen positiven Einfluss auf dich und deine Gedanken und Gefühle hat, kannst du die Praxis morgens oder abends erweitern. Du kannst weitere Impulsfragen, die die beschäftigen mit hinzunehmen. Hier findest du ein paar Anregungen:

  • Was hat mich heute glücklich gemacht? Was hat mich traurig gemacht?
  • Welche Dinge und Unternehmungen machen mir Freude?
  • Wer oder was schenkt mir Ruhe?
  • Welche Personen habe ich gerne um mich herum? Wofür bin ich ihnen dankbar?
  • Welche Eigenschaften magst du besonders an dir? Welche weniger?
  • Woran möchtest du arbeiten?
  • ...

Es müssen nicht täglich die gleichen Fragen sein. Probiere aus, mit welchen Fragen du am besten zurecht kommst und welche aktuell in dein Leben passen. 

Anregungen, welche Fragen und Themen in deiner Journaling-Praxis einen festen Platz bekommen können, findest du in jedem Nodrama.Brief. 

Es gibt keine Grenzen - nichts muss, aber alles kann.

Falls du Gefallen an der Journaling-Praxis findest oder du vielleicht schon Profi bist und das Schreiben einen festen Platz in deiner Routine hat, kannst du viele weitere Techniken oder Varianten ausprobieren. 

Das Bucket-List-Journal

Sicher hast du schon einmal Bucket-Lists gelesen. Dabei handelt es sich um Listen, was du alles noch tun, erleben oder machen möchtest. Es gibt auch umgekehrte Bucket-Lists, die beschreiben, was du alles aus deinem Leben streichen willst und welche Gewohnheiten du los werden willst. Wir empfehlen an dieser Stelle jedoch die positiven Listen.
Lege dir Listen an, die zu deinem Leben passen. Wohin möchtest du noch reisen? Was möchtest du erleben? Wen möchtest du treffen? Was willst du noch lernen? Welche Ziele möchtest du in den nächsten Tagen, Monaten, Jahren erreichen?
Es werden dir sicher ganz viele Überschriften für Bucket-Lists einfallen, die du dann immer wieder ansehen und erweitern kannst, um dir Inspiration zu holen.
Natürlich macht es auch große Freude, die Bucket-Lists nach und nach abzuhaken.

Das Traum-Journal

Du kannst dich oft kurz nach dem Aufwachen noch an einen Traum oder einen Gedanken erinnern, der dir dann aber sofort entfällt? Lege dir dein Journal auf den Nachttisch und halte die nächtlichen Gedanken fest. Notiere dazu, wie du dich jeweils damit fühlst. Sind es schöne Gedanken? Ängste? Zweifel?
Über die Zeit wirst du wertvolle Erkenntnisse über die Zusammenhänge deiner Gefühle, der Ereignisse über den Tag und deine Träume herausfinden. 

Das Achtsamkeits-Journal

Hetzt du auch oft durch den Tag, ganz ohne auf deine Bedürfnisse zu hören? Willkommen im Club. Das macht die Welt da draußen mit uns. Höher, weiter, schneller. Wenn du dich auch gerne von außen dirigieren lässt, kann dir ein Achtsamkeits-Journal helfen, ab und an inne zu halten. Notiere morgens, wo du achtsamer sein möchtest, wie du für dich sorgen willst. Möchtest du mehr Sport machen? Dir Zeit für ein ausgiebiges Frühstück nehmen? Täglich an die frische Luft gehen? Einmal die Woche ein Schaumbad nehmen und lesen? Dir mehr Zeit für Herzensmenschen nehmen? Notiere dir die Dinge, die dir gut tun und wirf an stressigen Tagen einen Blick auf die Liste. Sie kann dir helfen, dich zurück in deine Mitte zu bringen.

Das Routinen-Journal

Menschen brauchen Routinen. Denn Dinge, die immer gleich ablaufen, entlasten unser Gehirn und nehmen Stress aus Situationen. Versuche einmal, bestimmte Routinen schriftlich fest zu halten. Wie möchtest du deinen Morgen gestalten? Was ist für dich ein perfekter freier Tag? Wie läuft ein ruhiger Abend ab, wenn du von der Arbeit nach Hause kommst? Mit Hilfe von kleinen Ritualen und Routinen kannst du ganz einfach Inseln der Erholung in deinen Alltag holen. 

Das Mut-Journal

Falls du auch immer mal wieder an dem Punkt bist, an dem du dein Löwenherz stärken willst, kannst du feste Mut-Techniken integrieren. Anregungen, wie diese aussehen können, findest du im Nodrama.Brief #01